Die Samen der Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) sind das Ausgangsmaterial unseres Rosskastanien Extrakts mit der INCI Aesculus Hippocastanum (Horse Chestnut) Seed Extract. Der flüssige Extrakt wird mit gereinigtem Wasser gewonnen und in drei wässrigen Trägervarianten angeboten: Glycerin, Propylenglykol/Wasser und Pentylene Glycol/Wasser. Das Produkt ist in konventioneller Qualität erhältlich, laut CDS vegan geeignet und in allen Varianten für die Kosmetik einsetzbar. Die Glycerin-Variante ist zusätzlich für Lebensmittel vorgesehen. Für Formulierer, Einkäufer und Produktentwickler fassen wir hier zusammen, was die Datenblätter zum Leitmarker Aescin, zu den Begleitstoffen, zu den Trägersystemen und zu den regulatorischen Eckdaten aussagen.
Aescin im Rosskastaniensamen: berechnete Gehalte und ihre Grundlage
Als Primärmarker nennt das CDS Aescin (Escin), einen Komplex aus Triterpensaponinen. Für die getrocknete Droge gibt die Literatur einen Gehalt von 3 bis 6 % Aescin an. Das Europäische Arzneibuch (Ph. Eur.) spezifiziert für den Samen einen Mindestgehalt von 3 % Aescin. Diese Angabe ist eine Qualitätsspezifikation für das Ausgangsmaterial und kein Beleg für eine Wirkung im Endprodukt.
Auf dieser Basis berechnet das CDS für den Extrakt einen Aescin-Gehalt von 0,6 bis 1,6 mg/g. Grundlage sind ein Droge-Extrakt-Verhältnis (DER) von 1:10, ein Extraktanteil von 30 % (entsprechend 30 g getrockneter Samen je kg Produkt) und eine angenommene Extraktionseffizienz von 70 bis 90 %. Wichtig für die Dokumentation: Es handelt sich um berechnete, nicht analytisch bestimmte Werte. Das CDS rechnet sie zusätzlich auf Beispielkonzentrationen herunter:
- Kosmetik, bei 3,5 % Einsatz: 22,1 bis 56,7 µg Aescin pro g Formulierung
- Lebensmittel, bei 1,25 % Einsatz: 7,9 bis 20,3 µg Aescin pro g Formulierung
Werden für ein Fertigprodukt Gehaltsangaben benötigt, sollte diese Einordnung als Rechenwert in Spezifikation und Produktinformationsdatei berücksichtigt werden.
Begleitstoffe: Aesculin, Proanthocyanidine und weitere Stoffklassen
Neben Aescin führt das CDS weitere Verbindungen, ausschließlich als Literaturangaben: das Cumarinderivat Aesculin mit 0,5 bis 1,5 % sowie Proanthocyanidine mit 1 bis 3 %. Qualitativ werden als charakteristische Stoffklassen Flavonoide, Saponine und Anthocyane genannt. Quantitative Werte für das Produkt selbst liegen zu diesen Begleitstoffen nicht vor.
Regulatorisch relevant ist der Cumarin-Aspekt. Laut CDS ist der Cumaringehalt im wässrigen Extrakt minimal. Gleichzeitig verweist das Datenblatt auf eine duftstoffbezogene Beschränkung für Cumarine in kosmetischen Produkten. Annex-III-Duftstoffallergene sind aus den vorliegenden Daten nicht ableitbar. Diese Punkte gehören in die Sicherheitsbewertung, die nach VO (EG) 1223/2009 bei der verantwortlichen Person des Fertigprodukts liegt.
Kosmetisches Claim-Profil: Firming, De-Puffing und Skin-Plumping
Für die Kosmetik führt das CDS die Effekte „De-puffing“ und „firming“ (straffend). Als unterstützte Claim-Bereiche nennt es „Anti-ageing“, „Balancing“ (ausgleichend), „Invigorating“ (belebend), „Moisture-promoting“ (feuchtigkeitsfördernd) und „Skin-plumping“ (pralles Hautbild). Damit eignet sich der Extrakt als botanischer Baustein für Pflegekonzepte, die auf ein straffer und praller wirkendes Hautbild ausgerichtet sind.
Ergänzend beschreibt das CDS die Funktionen der enthaltenen Stoffklassen:
- Flavonoide: antioxidativ
- Saponine: „Surfactant, soothing“, also grenzflächenaktiv und beruhigend
- Anthocyane: antioxidativ und farbaktiv
Die farbaktive Komponente und die hellbraune bis braune Eigenfarbe des Extrakts sind bei der Farbgebung heller oder transparenter Rezepturen einzuplanen. Die grenzflächenaktive Natur der Saponine ist ein Punkt, den Entwickler bei der Stabilitätsprüfung im Blick behalten. Das CDS stellt klar, dass die Claim-Substantiierung beim Hersteller des Fertigprodukts liegt (VO (EG) 1223/2009 Art. 4 und 20, VO (EU) 655/2013).
Glycerin, Propylenglykol oder Pentylene Glycol: drei wässrige Systeme im Vergleich
Alle drei Varianten enthalten unabhängig vom Träger ca. 30 % Extraktfraktion; 1 kg Produkt enthält die hydrophilen Bestandteile von ca. 30 g getrockneten Samen. Eine lipophile Ölvariante gibt es für diesen Extrakt nicht, alle Träger sind hydrophil und damit für wässrige Phasen ausgelegt. Die Unterschiede liegen in der Zusammensetzung und der INCI-Deklaration:
- Glycerin: ca. 70 % wasserfreies Glycerin (≥ 99,5 %), ca. 30 % Extraktfraktion. EU INCI: Glycerin, Aesculus Hippocastanum Seed Extract. Global INCI: Glycerin, Aesculus Hippocastanum (Horse Chestnut) Seed Extract. Geeignet für Kosmetik und Lebensmittel.
- Propylenglykol/Wasser: ca. 40 % Wasser, ca. 30 % Extrakt, ca. 30 % Propylenglykol. EU INCI: Aqua, Propylene Glycol, Aesculus Hippocastanum Seed Extract. Global INCI: Aqua (Water), Propylene Glycol, Aesculus Hippocastanum (Horse Chestnut) Seed Extract. Geeignet für Kosmetik.
- Pentylene Glycol/Wasser: ca. 50 % Wasser, ca. 30 % Extrakt, ca. 20 % Pentylene Glycol. EU INCI: Aqua, Pentylene Glycol, Aesculus Hippocastanum Seed Extract. Global INCI: Aqua (Water), Pentylene Glycol, Aesculus Hippocastanum (Horse Chestnut) Seed Extract. Geeignet für Kosmetik.
In der Praxis entscheidet oft das Gesamtkonzept: Für Produktlinien, die sowohl Kosmetik als auch Lebensmittel bedienen, oder für glykolfreie INCI-Listen ist die Glycerin-Variante naheliegend. Enthält eine Rezeptur ohnehin Propylenglykol oder Pentylene Glycol, lässt sich der Extrakt über den passenden Träger ohne zusätzliche Deklarationsposition einbinden. Die TDS nennen für alle Varianten einen kosmetischen Einsatzbereich von 2 bis 5 %. Weitere Glycerin-basierte Rohstoffe finden Sie in unserer Collection Glycerin-Extrakte, das gesamte Sortiment klassischer Botanicals unter Klassische Pflanzenextrakte. Konkrete Rezeptur- und Dosierungsfragen klärt unser technisches Team.
Lebensmittelanwendung: ausschließlich die Glycerin-Variante
Für Lebensmittel ist laut CDS, TDS und SDS nur die Glycerin-Trägervariante vorgesehen. Das CDS führt den Extrakt für diesen Bereich als „Traditional dietary ingredient“ und nennt als Literaturangabe einen Einsatzbereich von 0,5 bis 2 % in funktionellen Lebensmitteln und Getränken. Die Allergenkennzeichnung nach VO (EU) 1169/2011 sowie die lebensmittelrechtliche Einordnung des Endprodukts obliegen dem Lebensmittelunternehmer. Die oben genannten berechneten Aescin-Werte für 1,25 % Einsatz helfen bei der Abschätzung, ersetzen aber keine produktspezifische Analytik.
Sicherheitsdaten, Lagerung und Dokumentation
Nach SDS ist der Extrakt kein Gefahrstoff im Sinne der CLP-Verordnung (EG) 1272/2008: kein Piktogramm, kein Signalwort, keine H- oder P-Sätze. Er ist kein Gefahrgut nach ADR/RID, IMDG und IATA, fällt nicht unter Seveso III und ist als WGK 1 (schwach wassergefährdend, alle Trägervarianten) sowie Lagerklasse LGK 12 eingestuft. Als Gemisch unterliegt das Produkt keiner REACH-Registrierung, der Extrakt ist nach Anhang V Nr. 8 befreit. Bei der Handhabung sieht das SDS eine Schutzbrille nach EN 166 vor; für Glycerin gilt ein AGW von 200 mg/m³ (einatembare Fraktion, TRGS 900).
Die Haltbarkeit beträgt 24 Monate bei trockener Lagerung zwischen 10 und 30 °C im original verschlossenen Gebinde; das SDS nennt eine Lagertemperatur von 15 bis 25 °C. Der Extrakt ist eine hellbraune bis braune, klare Flüssigkeit mit leichter Trübung. Während der Lagerung kann sich die Farbe temperaturabhängig verändern; bei Trübungen oder Ausfällungen ist eine Filtration erforderlich, ohne Einfluss auf die Produktqualität. pH-Wert und relative Dichte werden je Trägervariante im CoA ausgewiesen. TDS, SDS und CDS stellen wir über unsere technische Dokumentation bereit. Für Muster und Spezifikationsfragen erreichen Sie uns unter info@coniuncta.com oder +49 911 47715370.
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