Der Isländisch Moos Extrakt von CONIUNCTA® (INCI: Cetraria Islandica Extract) wird aus Cetraria islandica gewonnen. Trotz des Namens handelt es sich um eine Flechte: Die Literaturangaben in unserem CDS beziehen sich auf den getrockneten Thallus als Ausgangsdroge. Wir bieten den flüssigen Extrakt in drei wasserbasierten Trägervarianten an, mit Glycerin, Pentylene Glycol oder Propylene Glycol, jeweils in konventioneller Qualität. Für Formulierer und Produktentwickler ist der Rohstoff aus zwei Gründen interessant: Alle Varianten sind für die Kosmetik geeignet, und die Glycerin-Variante kann zusätzlich in Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt werden. Im Folgenden fassen wir zusammen, was unsere technischen Unterlagen zu Markern, Wirkprofil, Trägern und Regulatorik dokumentieren.
Vom getrockneten Thallus zum wässrigen Extrakt
Als Extraktionsmittel dient laut TDS gereinigtes Wasser. Unabhängig von der gewählten Trägervariante liegt der Extraktgehalt bei ca. 30 %. Konkret bedeutet das: 1 kg CONIUNCTA® Extrakt enthält die hydrophilen Bestandteile von ca. 30 g getrockneten Pflanzenteilen. Der Extrakt bildet damit das wasserlösliche Spektrum der Droge ab, das anschließend in den jeweiligen Träger eingebunden wird.
Für die Droge selbst verweist das CDS auf die Monographie Lichen islandicus des Europäischen Arzneibuchs (Ph. Eur.) sowie auf Literaturdaten nach Kartnig (1987). Diese Referenzen sind die Grundlage für die Markerangaben, die wir im nächsten Abschnitt erläutern. Für Einkäufer ist diese transparente Herleitung hilfreich, weil sie nachvollziehbar macht, auf welcher Datenbasis die Gehaltsangaben stehen.
Fumarprotocetrarsäure: berechneter Leitmarker mit nachvollziehbarer Herleitung
Als Primärmarker führt das CDS die Fumarprotocetrarsäure. Im Produkt liegt sie rechnerisch bei 0,2 bis 1,1 mg/g. Wichtig ist der Zusatz im Datenblatt: Dieser Wert ist berechnet und nicht analytisch bestimmt. Er leitet sich aus dem Literaturgehalt der getrockneten Droge ab, der mit 1 bis 4 % angegeben wird. Zur Orientierung nennt das CDS zusätzlich eine Beispielrechnung: Bei 3,5 % Einsatz ergeben sich 7,4 bis 37,8 µg/g Fumarprotocetrarsäure in der Formulierung. Diese Zahlen eignen sich gut, um den Markereintrag in einer Rezeptur abzuschätzen, ersetzen aber keine chargenbezogene Analytik.
Neben dem Primärmarker dokumentiert das CDS weitere Verbindungen:
- Protolichesterinsäure (ohne Gehaltsangabe)
- Lichenan, Literaturgehalt 10 bis 30 % im getrockneten Thallus
- Isolichenan (ohne Gehaltsangabe)
Für die korrekte Einordnung gilt: Die Prozentangabe zum Lichenan bezieht sich auf die getrocknete Droge, nicht auf den fertigen Extrakt. Eine Standardisierung auf eine dieser Verbindungen ist nicht dokumentiert.
Conditioning und Balancing: das dokumentierte kosmetische Profil
Für die Kosmetik nennt das CDS wörtlich den Effekt „Skin conditioning, antioxidant“. Als unterstützte Claim-Bereiche sind „Conditioning“ und „Balancing“ aufgeführt. Der im Dokument genannte Target „General skin health“ dient laut CDS ausschließlich als mechanistischer Hintergrund und ist ausdrücklich kein Produkt-Claim. Für die Kommunikation am Fertigprodukt ist außerdem entscheidend: Claims müssen vom Fertigprodukthersteller gemäß VO (EU) Nr. 655/2013 eigenständig belegt werden.
Regulatorisch ist der Extrakt laut CDS für Kosmetik nach VO (EG) Nr. 1223/2009 geeignet, die Sicherheitsbewertung erfolgt durch die verantwortliche Person des Fertigprodukts. Das CDS weist den Rohstoff zudem als geeignet für vegane Formulierungen aus. Die in CDS und TDS dokumentierte Einsatzkonzentration für die Kosmetik liegt bei 2 bis 5 % und gilt für alle drei Varianten. Konkrete Rezeptur- und Dosierungsfragen klärt unser technisches Team individuell.
Glycerin, Pentylene Glycol oder Propylene Glycol: die Träger im Vergleich
Alle drei Varianten enthalten ca. 30 % Extrakt, unterscheiden sich aber in Zusammensetzung, INCI-Deklaration und regulatorischer Reichweite:
- Glycerin-Variante: ca. 70 % Glycerin (wasserfrei, ≥ 99,5 %) und ca. 30 % Extrakt. INCI des Gesamtprodukts: Glycerin, Cetraria Islandica Extract. Einzige Variante mit Eignung für Kosmetik und Nahrungsergänzungsmittel.
- Pentylene-Glycol-Variante: wässrig-glykolisches System mit ca. 50 % Wasser, ca. 30 % Extrakt und ca. 20 % Pentylene Glycol. INCI (EU): Aqua, Pentylene Glycol, Cetraria Islandica Extract. Für Kosmetik geeignet.
- Propylene-Glycol-Variante: ca. 40 % Wasser, 30 % Extrakt und 30 % Propylene Glycol. INCI: Aqua, Propylene Glycol, Cetraria Islandica Extract. Für Kosmetik geeignet, laut TDS ausdrücklich nicht lebensmitteltauglich.
In der Praxis steuert die Trägerwahl vor allem zwei Punkte: Welche Begleitstoffe in der INCI-Liste des Fertigprodukts erscheinen und ob der Rohstoff auch in einer Nahrungsergänzungsmittel-Linie genutzt werden kann. Wer etwa Kosmetik und NEM mit demselben Rohstoff abdecken möchte, kommt nach Dokumentenlage nur mit der Glycerin-Variante zum Ziel. Eine Übersicht weiterer Extrakte auf diesem Träger finden Sie in unserer Collection Glycerin-Extrakte.
Nahrungsergänzungsmittel: Novel-Food-Status der Glycerin-Variante
Für den Lebensmittelbereich ist der Isländisch Moos Extrakt auf Nahrungsergänzungsmittel und auf die Glycerin-Trägervariante beschränkt. Laut Novel-Food-Katalog ist Cetraria islandica in Nahrungsergänzungsmitteln nicht neuartig, der zugehörige Eintrag lautet POL-NF-00232 (Cetraria islandica, Whole). Als Effekt im Lebensmittelbereich führt das CDS wörtlich „Traditional dietary ingredient“.
Eine prozentuale Einsatzempfehlung für Lebensmittel nennt das CDS nicht, die Angabe lautet „use level on request“. Die Allergenkennzeichnung nach LMIV 1169/2011 obliegt laut SDS dem Lebensmittelunternehmer. Andere Lebensmittelkategorien außerhalb der Nahrungsergänzungsmittel sind durch die Dokumentation nicht abgedeckt.
Sicherheitsdaten, Lagerung und Dokumentation für QS und Regulatory
Nach SDS ist der Extrakt kein Gefahrstoff im Sinne der CLP-Verordnung (VO (EG) 1272/2008): kein Piktogramm, kein Signalwort, keine H- oder P-Sätze. Das Datenblatt enthält jedoch einen Hinweis, der für die Sicherheitsbewertung relevant ist: Flechtensäuren (z. B. Usninsäure) sind Kontaktallergene, eine Sensibilisierung durch Hautkontakt ist bei sensibilisierten Personen möglich. Weitere Eckdaten aus dem SDS: WGK 1 (schwach wassergefährdend) für alle Trägervarianten, Lagerklasse LGK 12 (nicht brennbare Flüssigkeiten), kein Gefahrgut nach ADR/RID, IMDG und IATA. Als Gemisch ist das Produkt nicht REACH-registrierungspflichtig, der Extrakt ist nach Anhang V Nr. 8 ausgenommen. Bei der Handhabung sieht das SDS eine Schutzbrille nach EN 166 vor.
Die Haltbarkeit beträgt 24 Monate. Das TDS nennt eine trockene Lagerung bei 10 bis 30 °C im original verschlossenen Gebinde, das SDS eine dicht verschlossene Lagerung bei 15 bis 25 °C. Während der Lagerzeit kann es temperaturabhängig zu Farbveränderungen kommen. Sollten Trübungen oder Ausfällungen entstehen, ist eine Filtration erforderlich, was keinen Einfluss auf die Qualität des Produkts hat. Werte zu pH (25 °C) und relativer Dichte sowie Details zu Farbe und Geruch stehen im chargenbezogenen CoA. TDS, SDS und CDS stellen wir über unsere Seite Technische Dokumentation bereit.
Muster, Daten und Beratung anfragen
Der Isländisch Moos Extrakt gehört zu unseren klassischen Pflanzenextrakten. Für die Auswahl der passenden Trägervariante, Fragen zum Einsatz in Nahrungsergänzungsmitteln oder zur Dokumentenlage steht unser technisches Team unter info@coniuncta.com oder +49 911 47715370 zur Verfügung. Alle Varianten, Gebinde und Datenblätter finden Sie direkt auf der Produktseite: Isländisch Moos Extrakt im CONIUNCTA®-Shop ansehen.
CONIUNCTA® – Rohstoffe, Daten und Services für zukunftsfähige Formulierungen.


