Der Weihrauch Ölextrakt von CONIUNCTA® (INCI: Boswellia Serrata Resin Extract) wird aus dem Harz von Boswellia serrata gewonnen und ist als wasserfreie, ölbasierte Zubereitung in drei Trägervarianten erhältlich: Sonnenblumenöl, Jojobaöl und Squalane. Der Extrakt liegt in konventioneller Qualität vor und ist laut CDS vegan geeignet. Für Formulierer ist er aus drei Gründen interessant: wegen der dokumentierten Boswelliasäuren KBA und AKBA, wegen der CDS-gestützten Claim-Bereiche Firming, Soothing, Pore-Refining und Skin-Plumping sowie wegen der Möglichkeit, die Sonnenblumenöl-Variante zusätzlich in Nahrungsergänzungsmitteln einzusetzen.
Boswelliasäuren als Leitmarker: die Zahlen aus dem CDS
Als Primärmarker führt das CDS die Boswelliasäuren KBA (11-Keto-β-Boswelliasäure) und AKBA, die zur Gruppe der pentazyklischen Triterpene gehören. Für das Produkt wird ein berechneter Gehalt von 0,2 bis 1,1 mg/g angegeben. Das CDS rechnet diesen Wert zusätzlich auf eine Formulierung herunter: Bei einem Einsatz von 3,5 % ergeben sich rechnerisch 7,4 bis 37,8 µg/g im Endprodukt. Diese Kennzahl ist für Produktentwickler nützlich, die Markergehalte in der fertigen Rezeptur dokumentieren oder gegenüber ihren Kunden nachvollziehbar darstellen möchten.
Ergänzend nennt das CDS als Literaturgehalt für die Droge 1 bis 4 % (Ammon 2006, Ph. Eur. draft) sowie als weitere Verbindungen KBA mit 1 bis 3 %, AKBA mit 0,5 bis 2 % und Boswelliasäuren gesamt mit 3 bis 8 %. Für die getrocknete Droge ist zudem ein Gehalt an ätherischem Öl von 2,4 bis 10 % dokumentiert. Diese Prozentangaben sind nicht mit dem Gehalt im Ölextrakt gleichzusetzen: Für das Produkt selbst weist das CDS den berechneten Wert von 0,2 bis 1,1 mg/g aus, da der Extrakt in einem Ölträger standardisiert vorliegt.
Firming, Soothing, Pore-Refining: welche Claim-Bereiche dokumentiert sind
Im Kosmetikbereich nennt das CDS unter „At a Glance“ den Effekt „Firming“. Darüber hinaus sind als unterstützte Claim-Bereiche „Soothing / anti-irritant“, „Pore-refining“ und „Skin-plumping“ aufgeführt. Daraus ergeben sich Einsatzszenarien für Pflegekonzepte mit straffendem, beruhigendem, porenverfeinerndem oder aufpolsterndem Anspruch, in der Verbraucherkommunikation etwa rund um ein pralleres Hautbild. Die finale Claim-Formulierung und deren Absicherung am Fertigprodukt liegen in der Verantwortung des Inverkehrbringers.
Das CDS listet außerdem NF-κB, Kollagensynthese und den Glucocorticoid-Rezeptor als Targets. Diese Angaben beschreiben ausdrücklich den mechanistischen Hintergrund und sind kein Produkt-Claim. Für die Auslobung am Fertigprodukt sind ausschließlich die oben genannten Claim-Bereiche dokumentiert.
Drei Ölträger, ein Extraktgehalt: Sonnenblumenöl, Jojobaöl und Squalane im Vergleich
Alle drei Varianten folgen derselben Zusammensetzung: ca. 70 % Träger und ca. 30 % Extrakt. Der jeweilige Träger dient laut TDS als Extraktions- und Standardisierungsmedium. Laut Produktspezifikation enthält 1 kg CONIUNCTA® Extrakt die lipophilen Bestandteile von ca. 30 g getrockneten Pflanzenteilen. Die dokumentierte Einsatzkonzentration in der Kosmetik beträgt für alle Varianten 2 bis 5 %. Farblich bewegt sich der Extrakt im Bereich Bernstein bis Hellbraun.
- Sonnenblumenöl: EU-INCI Helianthus Annuus Seed Oil, Boswellia Serrata Resin Extract (Global: Helianthus Annuus (Sunflower) Seed Oil, Boswellia Serrata Resin Extract). Einzige Variante mit Eignung für Nahrungsergänzungsmittel; Verpackung laut TDS in Kunststoffbehälter oder Fass.
- Jojobaöl: EU-INCI Simmondsia Chinensis Seed Oil, Boswellia Serrata Resin Extract (Global: Simmondsia Chinensis (Jojoba) Seed Oil, Boswellia Serrata Resin Extract). Laut TDS für Kosmetik, nicht für Lebensmittel.
- Squalane: INCI Squalane, Boswellia Serrata Resin Extract (Global und EU identisch). Variante für die Kosmetik.
Die Wahl des Trägers ist damit vor allem eine Frage der INCI-Liste, des Zielmarkts und des gewünschten Ölphasen-Profils. Wer eine Pflegelinie bereits auf Jojobaöl oder Squalane aufbaut, kann den Weihrauch-Extrakt im selben Träger beziehen und vermeidet so einen zusätzlichen Öl-Eintrag in der INCI. Die Sonnenblumenöl-Variante bietet sich an, wenn derselbe Rohstoff parallel für Kosmetik und Nahrungsergänzung qualifiziert werden soll. Weitere ölbasierte Extrakte finden sich in unserer Kollektion Sonnenblumenöl-Extrakte.
Nahrungsergänzungsmittel: Novel-Food-Status der Sonnenblumenöl-Variante
Neben der Kosmetik (geeignet nach VO (EG) Nr. 1223/2009) ist der Weihrauch Ölextrakt in der Sonnenblumenöl-Variante auch für Nahrungsergänzungsmittel vorgesehen. Laut CDS ist er im Novel-Food-Katalog für Nahrungsergänzungsmittel als nicht neuartig geführt (POL-NF-00194). Die Verwendung im Lebensmittelbereich ist laut Dossier auf Nahrungsergänzungsmittel beschränkt. Als Effekt im Lebensmittelbereich nennt das CDS „Traditional dietary ingredient“.
Eine Prozentangabe für Lebensmittel enthält das Dossier nicht: Die Einsatzmenge in Nahrungsergänzungsmitteln wird auf Anfrage abgestimmt. Die Allergenkennzeichnung nach LMIV obliegt laut SDS dem Lebensmittelunternehmer. Konkrete Fragen zur Einsatzmenge klärt unser technisches Team individuell.
alpha-Pinen und Linalool: Duftstoffallergene in der INCI-Planung
Der Weihrauch Ölextrakt enthält Duftstoffallergene nach Anhang III der VO (EG) Nr. 1223/2009. Für alpha-Pinen weist das CDS 336 mg/kg im Rohstoff aus, das SDS ordnet dies mit < 0,1 % ein. Bei 5 % Einsatz ergeben sich rechnerisch 16,8 mg/kg im Fertigprodukt. Laut CDS wird alpha-Pinen ab ca. 3 % Einsatz in Leave-on-Produkten bzw. ab ca. 30 % in Rinse-off-Produkten kennzeichnungspflichtig. Innerhalb der dokumentierten Einsatzkonzentration von 2 bis 5 % kann die Deklarationsschwelle bei Leave-on-Produkten also erreicht werden, was bei der Planung der INCI-Liste zu berücksichtigen ist.
Linalool ist ebenfalls deklariert; die Angabe wurde aus der Vorrevision (TDS Rev. 13.0) übernommen, ein Gehalt ist nicht berechnet. Das SDS weist darauf hin, dass bei sensibilisierten Personen allergische Reaktionen möglich sind und der Hersteller des Fertigprodukts die Kennzeichnung nach EUH208 prüft. Die Sicherheitsbewertung des Fertigprodukts erfolgt gemäß Kosmetik-VO durch die verantwortliche Person.
Sicherheitsdaten, Lagerung und Dokumentation
Laut SDS ist das Produkt kein Gefahrstoff im Sinne der CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008, eine Kennzeichnung ist nicht erforderlich. Es ist kein PBT/vPvB-Stoff und enthält keine endokrinen Disruptoren (≥ 0,1 %). Es handelt sich um eine brennbare Flüssigkeit (Lagerklasse 10 nach TRGS 510) mit einem Flammpunkt > 218 °C; dieser Wert ist vom Träger Squalan abgeleitet und für das Gemisch nicht bestimmt. Alle Trägervarianten sind als WGK 1 (schwach wassergefährdend, Selbsteinstufung nach AwSV) eingestuft. Es handelt sich nicht um Gefahrgut nach ADR/RID, IMDG oder IATA, eine REACH-Registrierung ist nicht erforderlich.
Die Haltbarkeit beträgt 24 Monate bei trockener Lagerung zwischen 10 und 30 °C im original verschlossenen Behälter; das SDS nennt als Lagertemperatur 15 bis 25 °C. Während der Lagerzeit kann sich die Farbe temperaturabhängig verändern. Sollten Trübungen oder Ausfällungen auftreten, ist eine Filtration erforderlich; dies hat keinen Einfluss auf die Qualität des Produkts. TDS, SDS und CDS zu allen drei Varianten stehen über unsere technische Dokumentation bereit, chargenbezogene Werte wie die relative Dichte sind dem jeweiligen CoA zu entnehmen.
Einen Überblick über weitere botanische Rohstoffe bietet unser Sortiment klassischer Pflanzenextrakte. Für Dokumente, Trägerauswahl oder Rezepturfragen ist unser technisches Team unter info@coniuncta.com erreichbar. Weihrauch Ölextrakt im CONIUNCTA®-Shop ansehen.
CONIUNCTA® – Rohstoffe, Daten und Services für zukunftsfähige Formulierungen.


