Der Kamille Pulverextrakt 10:1 von CONIUNCTA® (INCI: Chamomilla Recutita) ist ein sprühgetrocknetes Blütenextraktpulver, das die charakteristische Phytochemie der Kamillenblüte in eine trockene, dosierbare Form überführt. Als 10:1-Konzentrat mit Maltodextrin als Träger richtet sich der Rohstoff an Formulierer in der Kosmetik- und Lebensmittelindustrie, die eine wasserfreie, gut handhabbare Kamille-Basis für Pulveranwendungen, Kapseln, Sticks oder rekonstituierbare Systeme suchen. Dieser Beitrag ordnet Herkunft, Marker, Trägersystem und dokumentiertes Anwendungsprofil aus TDS und CDS ein.
Pulverform statt Trägerflüssigkeit: was das 10:1-Konzentrat auszeichnet
Anders als flüssige Kamillenextrakte auf Glycerin- oder Ölbasis liegt dieser Rohstoff als braunes Pulver vor. Als Extraktionslösungsmittel dienen laut TDS Ethanol und Wasser; nach der Extraktion wird das Konzentrat mit Maltodextrin als Träger sprühgetrocknet. Die dokumentierte Zusammensetzung liegt bei 80 bis 99 % Kamillenextrakt und 1 bis 20 % Maltodextrin. Das Extraktverhältnis von 10:1 beschreibt die Aufkonzentration gegenüber dem Ausgangsblütenmaterial.
Die Partikelfeinheit ist im TDS mit 80 Mesh angegeben (mindestens 95 % Durchgang durch 80 Mesh), die Schüttdichte laut Produktdaten mit 0,50 bis 0,70. Diese Kennwerte sind für Formulierer relevant, wenn es um Trockenmischungen, Fließverhalten und Einwaage geht. Die Farbe reicht von goldgelb bis hellbraun; ein Hinweis im Dossier weist darauf hin, dass es lagerungs- und temperaturabhängig zu Farbveränderungen kommen kann, was für ein natürliches Pflanzenextraktpulver typisch ist.
Apigenin-7-glucosid als Primärmarker
Der im CDS geführte Primärmarker der Kamille ist Apigenin-7-glucosid, ein Flavon-Glykosid. Der Gehalt im Trockenpflanzenmaterial wird mit 0,3 bis 1 % angegeben, der indikative Gehalt im Produkt mit 21 bis 90 mg/g. Als Referenz dienen die Ph. Eur. (Mindestanforderung 0,25 % Apigenin-7-glucosid) sowie ESCOP. Dieser Marker eignet sich als analytischer Bezugspunkt für die Chargenbewertung.
Über das Flavon hinaus dokumentiert das CDS weitere charakteristische Verbindungen der Kamillenblüte: (-)-alpha-Bisabolol, das im ätherischen Öl mit 0,1 bis 0,5 % der Blüte vorkommt, sowie Chamazulen, das aus Matricin gebildet wird und ebenfalls dem ätherischen Öl zuzuordnen ist. Diese Angaben beschreiben das phytochemische Profil des Rohstoffs. Batch-spezifische Analysedaten sind laut CDS auf Anfrage und nach vorheriger Vereinbarung verfügbar.
Dokumentiertes Anwendungsprofil in der Kosmetik
Das CDS führt für die kosmetische Anwendung die Eigenschaften soothing (beruhigend) und anti-inflammatory (entzündungshemmend) auf, jeweils auf Basis des phytochemischen Profils und publizierter Literatur. Das Dossier weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Aussagen eine unabhängige Substantiierung gemäß Verordnung (EG) Nr. 655/2013 erfordern. Formulierer sollten Wirkaussagen im Endprodukt daher entsprechend belegen.
In der Rubrik „At a Glance" des CDS sind zusätzlich mögliche Targets wie der ERβ-Rezeptor, die Kollagensynthese und die MMP-Inhibition genannt. Diese Angaben sind im Dossier nicht als bestätigte Claims in Abschnitt 4 gelistet und daher als orientierende Hinweise, nicht als belegte Wirkaussagen zu verstehen. Für konkrete Rezeptur- und Positionierungsfragen berät unser technisches Team individuell.
Einsatzkonzentration und Anwendungsbereiche
Für die kosmetische Anwendung nennt das CDS eine allgemein empfohlene Nutzungskonzentration von 2 bis 5 %; die „At a Glance"-Tabelle gibt ein Use Level von 1 bis 3 % an. In funktionellen Lebensmitteln und Getränken werden 0,5 bis 2 % dokumentiert. Als kosmetischer Rohstoff ist das Produkt gemäß Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 geeignet, für Lebensmittelanwendungen sind laut CDS alle Trägervarianten geeignet. Der Rohstoff ist vegan-geeignet.
Als Pulver eignet sich die Kamille für Anwendungen, in denen ein wasserfreies System bevorzugt wird, etwa Trockenmischungen, Kapseln, Sticks oder rekonstituierbare Konzentrate. Die konkrete Löslichkeit ist im TDS nicht angegeben; wir empfehlen, die Kompatibilität mit dem jeweiligen Formulierungssystem vor der Serienfertigung zu prüfen. Konkrete Rezeptur- und Dosierungsfragen klärt unser technisches Team.
Herkunft, Sicherheit und Lagerung
Der verwendete Pflanzenteil ist laut TDS die Blüte (Flower); Herkunfts- und Herstellungsland ist China. Sicherheitstechnisch ist der Rohstoff im SDS als nicht eingestuft geführt: kein Gefahrstoff gemäß Verordnung (EG) Nr. 1272/2008, kein Gefahrenpiktogramm, kein Signalwort, keine H- oder P-Sätze erforderlich. Beim Umgang mit dem Pulver sind Aerosole zu vermeiden, bei Aerosolbildung ist Atemschutz zu verwenden, und ein Augenschutz wird empfohlen; ein Hautschutz ist laut SDS nicht erforderlich. Der Rohstoff ist kein Gefahrgut gemäß ADR/RID, IMDG und IATA.
Die Haltbarkeit beträgt 24 Monate bei trockener Lagerung zwischen 10 und 30 °C im original verschlossenen Behälter (SDS-Empfehlung: 15 bis 25 °C). Das Pulver ist kühl, trocken und gut belüftet in einem luftdichten Behälter, geschützt vor Hitze und Feuchtigkeit zu lagern. Geliefert wird in Bags oder Drums.
Dokumentation und Bezug für B2B-Kunden
Für die Bewertung im eigenen Formulierungsprozess stehen die vollständigen Datenblätter (TDS, SDS, CDS) über unsere technische Dokumentation bereit; batch-spezifische Analysenzertifikate sind auf Anfrage verfügbar. Weitere pflanzliche Rohstoffe finden Sie in der Kategorie klassische Pflanzenextrakte, ergänzt durch flüssige Trägervarianten in unseren Glycerin-Extrakten. Hintergründe zu unseren Verfahren erläutert die Seite zur AVE-Technologie.
Den vollständigen Datensatz sowie Musteranfragen erhalten Sie direkt über die Produktseite: Kamille Pulverextrakt 10:1 (Chamomilla Recutita) im CONIUNCTA®-Shop ansehen. Unser technisches Team unterstützt bei der Einordnung von Marker, Einsatzkonzentration und Trägersystem für Ihre Anwendung.
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